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Proxmox Datacenter Manager 1.0 zentralisiert die Verwaltung mehrerer Cluster

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Proxmox hat die stabile Version 1.0 veröffentlicht. Proxmox Datacenter Manager ist eine Plattform für Unternehmen, die Proxmox VE und Proxmox Backup Server an mehreren Standorten oder in Clustern betreiben. Viele dieser Umgebungen entwickeln sich zu Strukturen, die schwer zu koordinieren sind, da Metriken über verschiedene Knoten verteilt und operative Aufgaben separat abgewickelt werden.

Proxmox Datacenter Manager Dashboard

Die Verwaltung von Clustern an verschiedenen Standorten führt häufig zu Doppelarbeit und eingeschränkter Transparenz. Administratoren, die mit großen Systemen arbeiten, stoßen regelmäßig auf Schwierigkeiten bei der Identifizierung von Engpässen, da Daten von einzelnen Knoten oder unabhängigen Dashboards abgerufen werden müssen. Proxmox Datacenter Manager zielt darauf ab, dies zu reduzieren, indem es Remote-Systeme verbindet und eine einheitliche Übersicht der Infrastruktur bietet, die Systemzustand und Ressourcenaktivität an einem zentralen Ort zusammenführt.

Zentralisierte Überwachung und anpassbare Dashboards

Das zentrale Dashboard aggregiert CPU-, Speicher- und Speicherauslastung aller verbundenen Proxmox VE- und Proxmox Backup Server-Systeme und bietet Administratoren so einen einheitlichen Überblick über den Systemzustand, ohne Statusinformationen von jedem Cluster einzeln abrufen zu müssen. Die übersichtliche Darstellung hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen, und der lokale Cache speichert die zuletzt bekannten Messwerte, um die Verfügbarkeit auch bei kurzzeitigen Verbindungsabbrüchen zu gewährleisten.

Proxmox Datacenter Manager – Benutzerdefinierte Ansicht

Umfangreichere Anpassungsmöglichkeiten helfen Teams, die Benutzeroberfläche an die für sie wichtigsten Infrastrukturkomponenten anzupassen. Dashboards lassen sich anhand von Remotes, Tags, Ressourcentypen oder Betriebsrollen erstellen, und das zugrundeliegende Zugriffskontrollsystem stellt sicher, dass Benutzer nur die für sie relevanten Informationen sehen. Dieser Ansatz bietet fokussierte und praxisorientierte Ansichten, ohne den vollständigen Zugriff auf die Maschinen oder Hosts selbst zu gewähren. Dies ist besonders in Multi-Tenant-Umgebungen oder solchen, in denen verschiedene Gruppen unterschiedliche Infrastrukturteile verwalten, von Vorteil.

Management-Tools, Clusterübergreifende Mobilität und Lebenszyklus-Operationen

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Releases konzentriert sich auf die direkte Verwaltung von Clustern. Administratoren können separate Cluster und Knoten verbinden, diese zentral verwalten und Vorgänge durchführen, die zuvor lokalen Zugriff erforderten. Eine der wichtigsten Funktionen ist die Möglichkeit, virtuelle Maschinen zwischen Clustern zu verschieben, während diese weiterlaufen. Diese Option bietet mehr Flexibilität, wenn Workloads während Wartungsfenstern verschoben oder die Last in einer größeren Umgebung verteilt werden muss.

Routinemäßige Lebenszyklusaufgaben wie Starten, Stoppen und Anpassen von Einstellungen für virtuelle Maschinen, Container und Speicherressourcen werden über die zentrale Schnittstelle verwaltet. Aktivitätsdatensätze und Protokolle werden zusammengeführt, wodurch Änderungen leichter nachverfolgt und die Dokumentation an Compliance-Anforderungen angepasst werden kann.

Erweiterte Suche und koordiniertes Networking

Die Suchfunktion in Version 1.0 stellt einen deutlichen Fortschritt dar, da sie einen abfrageähnlichen Ansatz verwendet, der vielen Administratoren vertraut sein dürfte. Die Ergebnisse lassen sich nach Ressourcentyp, Status oder benutzerdefinierten Tags filtern, was die Navigation in Umgebungen mit Tausenden von virtuellen Gästen erheblich vereinfacht. Dies beschleunigt das Auffinden spezifischer Elemente bei der Fehlersuche und erleichtert den Vergleich des Status verwandter Ressourcen in verschiedenen Clustern.

Die Netzwerkadministration profitiert ebenfalls von der zentralen SDN-Funktionalität der Plattform. EVPN-Zonen und VNets lassen sich direkt über die Datacenter Manager-Oberfläche erstellen und verwalten und anschließend auf alle verbundenen Remote-Rechner anwenden. Diese Einrichtung vereinfacht die Erstellung und Wartung von Netzwerk-Overlays, insbesondere bei Bereitstellungen über mehrere Cluster oder Standorte hinweg.

Zentrale Aktualisierungsverwaltung und optimierter Fernzugriff

Die Patchverwaltung kann in Umgebungen mit mehreren Clustern eine Herausforderung darstellen. Datacenter Manager bietet daher ein zentrales Update-Panel. Die Benutzeroberfläche zeigt verfügbare Updates für alle verknüpften Proxmox VE- und Proxmox Backup Server-Installationen an und ermöglicht Administratoren deren direkte Installation. Eine einheitliche Shell-Zugriffsfunktion ist ebenfalls enthalten, die den Zugriff auf einzelne Remote-Systeme über eine einzige Konsole ermöglicht, anstatt zwischen verschiedenen Tools wechseln zu müssen.

Softwaregrundlagen und Designentscheidungen

Der zugrundeliegende Stack basiert auf Debian 13.2 Trixie mit Linux-Kernel 6.17 und ZFS 2.3. Die Serverkomponenten sind in Rust geschrieben, während die Benutzeroberfläche auf dem Rust- und Yew-basierten Proxmox-Framework basiert, das auf Reaktionsfähigkeit und Effizienz ausgelegt ist. Diese Entscheidungen tragen zu einer stabilen Performance bei, insbesondere bei großflächigen Installationen oder hohem administrativem Aufwand.

Die Entwicklungsrichtung legt Wert auf ein flexibles Infrastrukturmanagement in verschiedenen Umgebungen, von zentralen Rechenzentren bis hin zu kleineren Edge-Bereitstellungen. In den begleitenden Ausführungen wird Datacenter Manager als Teil eines umfassenderen Ökosystemansatzes beschrieben, der langfristige Interoperabilität und vielfältige Bereitstellungsoptionen gewährleisten und gleichzeitig Offenheit und Skalierbarkeit fördern soll.

Verfügbarkeit, Installationsoptionen und Unterstützung für Unternehmen

Proxmox Datacenter Manager 1.0 steht zum Download bereit. Die vollständige ISO-Datei kann mithilfe der gleichen geführten Installation wie andere Proxmox-Tools auf Bare-Metal-Systemen installiert werden. Administratoren, die ältere Versionen verwenden, können über die üblichen APT-Methoden aktualisieren. Wer weiterhin auf einem bestehenden Debian-System aufbauen möchte, kann dies weiterhin tun. Das Projekt wird als freie und Open-Source-Software unter der GNU AGPLv3-Lizenz veröffentlicht.

Organisationen, die auf formellen Support angewiesen sind, können die Abonnementpläne von Proxmox nutzen. Diese bieten Zugriff auf das Enterprise Repository und zertifizierten Support. Die Pläne sind für Produktionsumgebungen vorgesehen. Kunden, die bereits Enterprise Support für ihre Proxmox-Remotes nutzen, erhalten Datacenter Manager-Updates und Support im Rahmen ihres Abonnements.

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Lyle Smith

Lyle ist seit langem Redakteur bei StorageReview und deckt ein breites Spektrum an IT-Themen für Endbenutzer und Unternehmen ab.